Patienten und Angehörige

Bauchspeicheldrüse und Gallenwege verstehen.

Was bedeutet ein Befund? Wie läuft eine Untersuchung ab? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Hier finden Sie die Erklärungen in verständlicher Sprache.

Dr. med. Michael Birkenfeld · Chefarzt der Abteilung für Viszeralmedizin/Spezielle Gastroenterologie · Sana Kliniken Düsseldorf-Gerresheim und Benrath

Endoskop für die pankreatikobiliäre Diagnostik und Therapie
Patienten und Angehörige

Verstehen, was untersucht und behandelt wird

Hier finden Sie Erklärungen zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege. Die einzelnen Abschnitte beschreiben, warum eine Untersuchung empfohlen wird, was dabei geschieht und welche Fragen Sie mit Ihrem Behandlungsteam besprechen können.

Zysten der Bauchspeicheldrüse

Eine Zyste ist zunächst ein Befund, keine Krebsdiagnose

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch hinter dem Magen. Sie bildet unter anderem Verdauungssaft, der durch einen Gang in den Zwölffingerdarm gelangt. Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Solche Veränderungen werden häufig zufällig bei einer Untersuchung aus einem anderen Anlass entdeckt.

Es gibt verschiedene Zystenarten. Manche entstehen nach einer Entzündung. Andere gehen von Zellen aus, die Flüssigkeit oder Schleim bilden. Ein Teil dieser Veränderungen kann sich im Laufe der Zeit verändern. Deshalb wird zunächst geklärt, um welche Art von Zyste es sich wahrscheinlich handelt und ob eine Behandlung oder eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll ist.

Was wird bei der Beurteilung berücksichtigt?

Die Größe allein reicht für eine Entscheidung nicht aus. Beurteilt werden auch die Zystenwand, kleine Knoten oder feste Anteile, eine Verbindung zum Gangsystem und Veränderungen gegenüber älteren Aufnahmen. Beschwerden und die Krankengeschichte gehören ebenfalls dazu. Ein kleiner Befund kann eine genauere Abklärung erfordern; ein größerer Befund führt nicht automatisch zu einer Operation.

Ältere Untersuchungsbilder sind deshalb besonders hilfreich. An ihnen lässt sich erkennen, ob die Veränderung schon länger besteht, wächst oder neue Merkmale zeigt. Bringen Sie möglichst die Bilder selbst und die schriftlichen Befunde mit.

Welche Zystenarten gibt es?

Nach einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann eine sogenannte Pseudozyste zurückbleiben. Sie ist keine Krebsvorstufe. Bei anderen Zysten muss das mögliche Risiko einer späteren bösartigen Veränderung beurteilt werden. Eine häufige Gruppe geht von den Bauchspeicheldrüsengängen aus und bildet Schleim. Im Befund wird dafür oft die Abkürzung IPMN verwendet: intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie. Die genaue Einordnung gehört in ärztliche Hand.

Wann hilft der Ultraschall von innen?

Bei der Endosonographie wird die Bauchspeicheldrüse vom Magen oder vom Zwölffingerdarm aus untersucht. Der geringe Abstand kann helfen, Einzelheiten einer Zyste genauer zu erkennen. Die Untersuchung ergänzt beispielsweise die Magnetresonanztomographie, kurz MRT. Ob zusätzlich Flüssigkeit oder Gewebe entnommen werden sollte, hängt davon ab, ob das Ergebnis die weitere Behandlung beeinflussen würde.

Warum wird manchmal nur kontrolliert?

Wenn keine Merkmale vorliegen, die eine rasche Behandlung erfordern, kann eine geplante Verlaufskontrolle angemessen sein. Dabei werden Nutzen und Risiken einer Untersuchung oder Operation gegeneinander abgewogen. Die Kontrollabstände richten sich nach dem Befund, bisherigen Veränderungen, Alter und Begleiterkrankungen. Ein Kontrollplan sollte festhalten, wann die nächste Untersuchung vorgesehen ist und wer sie veranlasst.

Für das Befundgespräch

Fragen Sie nach der vermuteten Zystenart, dem Vergleich mit älteren Bildern und dem konkreten nächsten Schritt. Lassen Sie sich erläutern, welche Veränderung eine frühere Vorstellung erforderlich machen würde.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. Ohtsuka et al. International evidence-based Kyoto guidelines for the management of intraductal papillary mucinous neoplasm of the pancreas. Pancreatology, 2024. ↗
  2. European Study Group on Cystic Tumours of the Pancreas. European evidence-based guidelines on pancreatic cystic neoplasms. Gut, 2018. ↗
Beispiel einer Zyste, die mit dem Gangsystem der Bauchspeicheldrüse verbunden ist. Das Ultraschallgerät liegt im Magen. Vereinfachte Atlasdarstellung, nicht maßstabsgetreu.
Beispiel einer Zyste, die mit dem Gangsystem der Bauchspeicheldrüse verbunden ist. Das Ultraschallgerät liegt im Magen. Vereinfachte Atlasdarstellung, nicht maßstabsgetreu.
Endosonographie

Endosonographie: Ultraschall aus unmittelbarer Nähe

Bei einer Endosonographie wird eine Spiegelung mit einer Ultraschalluntersuchung verbunden. Das flexible Untersuchungsgerät besitzt an seiner Spitze einen kleinen Ultraschallkopf. Es wird über den Mund in den Magen und bei Bedarf in den Zwölffingerdarm geführt. Von dort aus lassen sich die Bauchspeicheldrüse, Teile der Gallenwege und benachbarte Strukturen untersuchen.

Endosonographie und Bauchspeicheldrüse – zwei Filme zum Verständnis

Wie kann Ultraschall aus dem Magen Bilder der Bauchspeicheldrüse erzeugen? Und warum müssen manche Zysten oder Knoten genauer untersucht werden? Die beiden kurzen Lehrfilme erklären zunächst das Untersuchungsprinzip und danach dessen medizinische Anwendung.

Film 2 · Zysten und Tumoren der Bauchspeicheldrüse – warum wir sie genau untersuchen

Vorschaubild: Zysten und Tumoren der Bauchspeicheldrüse – warum wir sie genau untersuchen▶ Film abspielen · ca. 45 s

Viele Pankreaszysten sind gutartig. Bestimmte Veränderungen erfordern dennoch eine genauere Beurteilung oder Kontrolle. Der Film zeigt die Untersuchung aus Magen und Zwölffingerdarm und die Möglichkeit einer gezielten Probeentnahme.

Filminformation und Sprechertext

Schematische medizinische Lehranimationen mit simulierten Ultraschallbildern; keine individuellen Patientenbefunde. Die medizinische Einordnung und Kontrolldauer richten sich nach dem jeweiligen Befund.

Pankreaszysten im Patientenbereich · Zystendiagnostik für Fachkreise

Weshalb wird die Untersuchung empfohlen?

Sie kann helfen, einen zuvor entdeckten Befund genauer einzuordnen. Dazu gehören zum Beispiel Zysten, kleine Veränderungen des Gewebes oder die Frage, ob ein Stein im Gallengang liegt. Welche Frage bei Ihnen beantwortet werden soll, sollte vor der Untersuchung besprochen werden.

Was geschieht während der Untersuchung?

In der Regel erhalten Sie ein Medikament, das Sie schlafen lässt oder beruhigt. Atmung und Kreislauf werden überwacht. Die Ärztin oder der Arzt untersucht die betreffenden Organe mit Ultraschall. Wenn eine Probe geplant und besprochen wurde, kann sie während derselben Untersuchung entnommen werden.

Was kann das Ergebnis aussagen?

Der Ultraschall zeigt Aufbau und Aussehen des untersuchten Gewebes. Er beantwortet jedoch nicht jede Frage sicher. Manchmal sind weitere Bilder, eine Gewebeprobe oder eine Kontrolle notwendig. Das erste Untersuchungsergebnis kann häufig zeitnah erklärt werden; eine Untersuchung von Gewebe oder Flüssigkeit im Labor benötigt zusätzliche Zeit.

Auch dieses Verfahren hat Risiken. Dazu gehören unerwünschte Wirkungen der Schlafmedikamente sowie selten Verletzungen, Blutungen oder Infektionen. Das Risiko hängt unter anderem davon ab, ob lediglich untersucht oder zusätzlich eine Probe entnommen wird. Die persönliche Aufklärung bezieht sich auf den tatsächlich geplanten Eingriff.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. Mayo Clinic. Endoscopic ultrasound: Verfahren, Vorbereitung, Risiken und Befunde. Patienteninformation. ↗
  2. Triantafyllou et al. Sedation for gastrointestinal endoscopy: European Society of Gastrointestinal Endoscopy and European Society of Gastroenterology and Endoscopy Nurses and Associates Guideline, 2026. ↗
Das Ultraschallgerät liegt im Zwölffingerdarm. Von dort können die Bauchspeicheldrüse und der untere Gallengang aus der Nähe untersucht werden. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Das Ultraschallgerät liegt im Zwölffingerdarm. Von dort können die Bauchspeicheldrüse und der untere Gallengang aus der Nähe untersucht werden. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Gewebe- und Flüssigkeitsproben

Wann eine Probe die weitere Planung unterstützt

Manche Veränderungen lassen sich allein anhand von Bildern nicht ausreichend einordnen. Dann kann eine gezielte Probe helfen. Bei der endosonographischen Gewebeentnahme wird eine dünne Nadel unter Ultraschallkontrolle durch die Magen- oder Darmwand in die betreffende Veränderung geführt. Der Verlauf der Nadel wird dabei auf dem Bildschirm verfolgt.

Gewebeprobe und Flüssigkeitsprobe sind unterschiedliche Untersuchungen

Aus einer festen Veränderung können kleine Gewebestücke gewonnen werden. In der Pathologie werden diese unter dem Mikroskop und bei Bedarf mit weiteren Verfahren untersucht. Bei einer Zyste kann stattdessen Flüssigkeit entnommen werden. Welche Probe benötigt wird und welche Untersuchungen daran sinnvoll sind, richtet sich nach der Fragestellung.

Muss jede Veränderung punktiert werden?

Nein. Eine Punktion ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich aus dem Ergebnis eine Konsequenz für die Behandlung oder weitere Abklärung ergeben kann. Bei manchen Befunden ist eine Probe nicht erforderlich. Bei anderen kann sie wenig aussagekräftig sein oder zusätzliche Risiken mit sich bringen. Das wird vorab abgewogen.

Was bedeutet eine unauffällige Probe?

Ein unauffälliger oder nicht ausreichend beurteilbarer Befund schließt eine Erkrankung nicht in jeder Situation sicher aus. Eine Probe erfasst nur einen kleinen Teil des Gewebes. Deshalb werden das Laborergebnis, die Bilder und Ihre Beschwerden gemeinsam beurteilt. Bei weiterhin unklaren Befunden kann eine erneute Untersuchung erforderlich werden.

Zu den möglichen Komplikationen gehören Blutungen, Infektionen und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Teilen Sie dem Team deshalb frühzeitig mit, welche Medikamente Sie einnehmen und ob Störungen der Blutgerinnung bekannt sind.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. Machicado et al. American Society for Gastrointestinal Endoscopy guideline on the role of endoscopy in the diagnosis and management of solid pancreatic masses: summary and recommendations. Gastrointestinal Endoscopy, 2024. ↗
  2. Facciorusso et al. Endoscopic ultrasound-guided tissue sampling: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Technical and Technology Review. Endoscopy, 2025. ↗
Eine dünne Nadel wird unter Ultraschallsicht aus dem Zwölffingerdarm in die zu untersuchende Veränderung geführt. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Eine dünne Nadel wird unter Ultraschallsicht aus dem Zwölffingerdarm in die zu untersuchende Veränderung geführt. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Gallenwege und Bauchspeicheldrüsengang

ERCP: Steine entfernen und Engstellen überbrücken

Die Galle fließt von der Leber durch die Gallenwege in den Zwölffingerdarm. Steine oder Engstellen können diesen Abfluss behindern. Eine endoskopische Behandlung kann dann helfen, den Abfluss wiederherzustellen. Das Verfahren heißt ERCP, ausgeschrieben endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie.

Wie erreicht das Gerät den Gallengang?

Das Untersuchungsgerät wird über Mund und Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Dort befindet sich die natürliche Öffnung der Gallenwege, die Papille. Durch diese Öffnung können dünne Instrumente in den Gang eingeführt werden. Röntgenbilder helfen dabei, den Verlauf und die Behandlung zu kontrollieren.

Was kann behandelt werden?

Gallengangssteine lassen sich beispielsweise mit einem kleinen Ballon oder einem Fangkörbchen entfernen. Gelegentlich wird die Öffnung an der Papille dafür erweitert. Bei einer Engstelle kann ein kleines Kunststoff- oder Metallröhrchen eingesetzt werden, ein sogenannter Stent. Es hält einen Abflussweg offen. Ob und wann ein Stent gewechselt oder entfernt werden muss, hängt von seinem Typ und dem Behandlungsziel ab.

Warum wird vorher häufig noch anders untersucht?

Eine ERCP wird heute überwiegend eingesetzt, wenn eine Behandlung zu erwarten ist. Für die reine Abklärung kommen häufig zunächst Ultraschall, eine Untersuchung mit dem Magnetresonanztomographen oder eine Endosonographie infrage. So wird geprüft, ob eine Behandlung im Gallengang tatsächlich benötigt wird.

Welche Risiken werden besprochen?

Eine mögliche Komplikation ist die Entzündung der Bauchspeicheldrüse nach dem Eingriff. Daneben können Blutungen, Infektionen der Gallenwege oder Verletzungen auftreten. Das Team prüft vorbeugende Maßnahmen und legt fest, wie lange eine Beobachtung erforderlich ist. Bei einem eingesetzten Stent sollte der weitere Kontrollplan vor der Entlassung geklärt sein.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. American Society for Gastrointestinal Endoscopy. Understanding ERCP. Patienteninformation. ↗
  2. Dumonceau et al. ERCP-related adverse events: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, 2020. ↗
  3. Lemmers et al. Biliary stricture management: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, online 3. September 2026. ↗
Ein Ballon hilft, einen Stein im Gallengang zur natürlichen Öffnung im Zwölffingerdarm zu bewegen. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Ein Ballon hilft, einen Stein im Gallengang zur natürlichen Öffnung im Zwölffingerdarm zu bewegen. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Cholangioskopie

Ein direkter Blick in den Gallengang

Bei einer Cholangioskopie wird ein besonders dünnes Endoskop durch das größere Untersuchungsgerät in den Gallengang eingeführt. Die Ärztin oder der Arzt kann so die Innenseite des Gangs direkt betrachten. Der Zugang erfolgt über die natürliche Öffnung im Zwölffingerdarm.

Wann ist das hilfreich?

Eine unklare Engstelle kann gezielter untersucht werden. Bei Bedarf lassen sich kleine Proben aus einem auffälligen Bereich entnehmen. Die Betrachtung allein beweist jedoch nicht sicher, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist. Dafür werden die Proben und die übrigen Befunde hinzugezogen.

Wie werden größere Steine behandelt?

Wenn sich ein Stein mit den üblichen Instrumenten nicht entfernen lässt, kann er im Gallengang unter direkter Sicht zerkleinert werden. Bei der elektrohydraulischen Lithotripsie erzeugt eine kleine Sonde Impulse in Flüssigkeit. Dadurch kann der Stein in kleinere Stücke zerbrechen, die anschließend entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit ist eine Laserbehandlung.

Nicht jede Behandlung kann in einer Sitzung abgeschlossen werden. Manchmal wird zunächst ein Stent eingesetzt und ein weiterer Termin geplant. Zum Eingriff gehören die Risiken der zugrunde liegenden ERCP. Zusätzlich müssen unter anderem Spülung, Infektionsvorbeugung und ausreichender Galleabfluss berücksichtigt werden.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. European Society of Gastrointestinal Endoscopy. Quality standards and curriculum for training in cholangiopancreatoscopy: Position Statement, 2025. ↗
  2. Manes et al. Endoscopic management of common bile duct stones: European Society of Gastrointestinal Endoscopy guideline. Endoscopy, 2019. ↗
  3. Facciorusso et al. Diagnostic work-up of bile duct strictures: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, 2025; online Dezember 2024. ↗
Ein sehr dünnes Endoskop ermöglicht den Blick in den Gallengang. Eine kleine Sonde kann dort einen Stein unter direkter Sicht zerkleinern. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Ein sehr dünnes Endoskop ermöglicht den Blick in den Gallengang. Eine kleine Sonde kann dort einen Stein unter direkter Sicht zerkleinern. Vereinfachte Atlasdarstellung.
Behandlung unter Ultraschallkontrolle

Ein zusätzlicher Abflussweg für die Galle

Manchmal lässt sich der Gallengang über seine natürliche Öffnung nicht erreichen oder ausreichend entlasten. In ausgewählten Situationen kann dann mit endoskopischem Ultraschall ein zusätzlicher Abflussweg geschaffen werden. Die Planung hängt davon ab, wo der Abfluss behindert ist und wie die Organe zueinander liegen.

Wie entsteht die Verbindung?

Unter Ultraschallsicht wird eine Verbindung zwischen dem Gallengang und dem Magen oder Zwölffingerdarm angelegt. Ein Stent hält diese Verbindung offen, sodass die Galle wieder in den Verdauungstrakt abfließen kann. Die Abbildung zeigt als Beispiel die Verbindung zwischen Gallengang und Zwölffingerdarm.

Welche Alternativen werden abgewogen?

Je nach Befund kommen ein erneuter endoskopischer Versuch, eine Ableitung durch die Haut oder ein anderes Verfahren infrage. Die Wahl erfolgt anhand der Erkrankung, der Dringlichkeit und Ihrer persönlichen Situation. Die ultraschallgesteuerte Drainage ist ein spezialisiertes Verfahren mit eigenen Risiken, darunter Blutung, Austritt von Galle und eine Fehlfunktion des Stents.

Vor der Behandlung sollten das Ziel, mögliche Alternativen und der Umgang mit einem nicht erfolgreichen Versuch erklärt werden. Nach dem Eingriff benötigt auch dieser Stent einen abgestimmten weiteren Behandlungs- und Kontrollplan.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. Van der Merwe et al. Therapeutic endoscopic ultrasound: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, 2022. ↗
  2. Pawa et al. American Society for Gastrointestinal Endoscopy guideline on the role of therapeutic EUS in the management of biliary tract disorders: summary and recommendations. Gastrointestinal Endoscopy, 2024. ↗
  3. Lemmers et al. Biliary stricture management: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, online 3. September 2026. ↗
Ein kleines Metallröhrchen schafft einen zusätzlichen Abflussweg vom Gallengang in den Zwölffingerdarm. Die Abbildung zeigt ein ausgewähltes Verfahren, keine allgemeingültige Lösung.
Ein kleines Metallröhrchen schafft einen zusätzlichen Abflussweg vom Gallengang in den Zwölffingerdarm. Die Abbildung zeigt ein ausgewähltes Verfahren, keine allgemeingültige Lösung.
Vor und nach der Untersuchung

Was Sie für Ihren Termin klären sollten

Unterlagen und Medikamente

Bringen Sie vorhandene Untersuchungsberichte, möglichst auch die Originalbilder und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Wichtig sind außerdem Angaben zu Allergien, früheren Problemen bei einer Narkose oder Sedierung und bereits erfolgten Operationen an Magen, Darm oder Gallenwegen.

Informieren Sie das Team frühzeitig über gerinnungshemmende Medikamente und Medikamente zur Behandlung einer Zuckerkrankheit. Ändern oder unterbrechen Sie die Einnahme nicht eigenständig. Die Vorbereitung richtet sich nach dem geplanten Eingriff und den Gründen, aus denen Sie die Medikamente benötigen.

Nüchternheit und Heimweg

Für die Untersuchung muss der Magen ausreichend leer sein. Sie erhalten vom zuständigen Standort konkrete Angaben dazu, ab wann Sie nichts mehr essen oder trinken sollen. Nach Schlaf- oder Beruhigungsmedikamenten müssen Sie einen sicheren Heimweg und gegebenenfalls eine Begleitung organisieren. Selbst am Straßenverkehr teilzunehmen ist dann zunächst nicht möglich. Maßgeblich sind die Entlassungsanweisungen Ihres Behandlungsteams.

Das Ergebnis und die nächsten Schritte

Lassen Sie sich erklären, was gesehen und behandelt wurde. Fragen Sie nach, ob noch Ergebnisse aus dem Labor oder der Pathologie ausstehen und wie Sie diese erhalten. Falls eine Kontrolle vorgesehen ist, sollte klar sein, wer sie veranlasst.

Wurde ein Stent eingesetzt, benötigen Sie Angaben zu seiner Art sowie zu einem möglichen Wechsel- oder Entfernungstermin. Bewahren Sie den Untersuchungsbericht auf und zeigen Sie ihn bei weiteren Behandlungen vor.

Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist

Zunehmende oder starke Bauchschmerzen, Fieber, wiederholtes Erbrechen, sichtbare Blutungen oder neu auftretende Gelbsucht müssen nach einem Eingriff zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Nutzen Sie die bei der Entlassung mitgeteilten Kontaktdaten; bei einer akuten schweren Verschlechterung den Notruf.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. American Society for Gastrointestinal Endoscopy. Understanding Upper Endoscopy. Patienteninformation. ↗
  2. Veitch et al. Endoscopy in patients on antiplatelet or anticoagulant therapy: British Society of Gastroenterology and European Society of Gastrointestinal Endoscopy guideline update, 2021. ↗
  3. Triantafyllou et al. Sedation for gastrointestinal endoscopy: European Society of Gastrointestinal Endoscopy and European Society of Gastroenterology and Endoscopy Nurses and Associates Guideline, 2026. ↗
  4. American Society for Gastrointestinal Endoscopy. Understanding ERCP. Patienteninformation. ↗
Forschung verständlich erklärt

Was Studien für die eigene Entscheidung bedeuten

Studien können zeigen, in welchen Situationen eine Untersuchung oder Behandlung nützlich ist. Ein Ergebnis gilt jedoch zunächst für die untersuchte Patientengruppe. Es lässt sich nicht automatisch auf jeden Menschen mit einem ähnlichen Befund übertragen. Deshalb wird die Studienlage mit Ihrer Krankengeschichte und den konkreten Untersuchungsbefunden zusammengeführt.

Bei Menschen mit bestimmten erblichen oder familiären Risiken kann ein spezialisiertes Programm zur Überwachung der Bauchspeicheldrüse sinnvoll sein. Für beschwerdefreie Menschen ohne eine solche Hochrisikosituation wird eine allgemeine Reihenuntersuchung auf Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht empfohlen. Die gezielte Kontrolle einer bekannten Zyste ist davon zu unterscheiden.

Studien und Leitlinien ausführlich nachlesen
Quellen und weiterführende Informationen
  1. Goggins et al. Management of patients with increased risk for familial pancreatic cancer: updated recommendations from the International Cancer of the Pancreas Screening Consortium. Gut, 2020. ↗
  2. U.S. Preventive Services Task Force. Pancreatic Cancer: Screening. Empfehlung für beschwerdefreie Erwachsene ohne bekannte Hochrisikokonstellation, 2019. ↗
Häufige Fragen

Antworten auf praktische Fragen

Die Antworten dienen der Orientierung. Welche Untersuchung bei Ihnen erforderlich ist, wird nach der persönlichen Befundbeurteilung entschieden.

Bedeutet eine Zyste, dass ich Krebs habe?

Nein. Eine Zyste beschreibt zunächst einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum. Es gibt unterschiedliche Ursachen. Die Zystenart, ihr Aussehen und ihr Verlauf bestimmen, welche weitere Abklärung oder Kontrolle sinnvoll ist.

Warum brauche ich trotz vorhandener Bilder noch eine Endosonographie?

Verschiedene Untersuchungen beantworten unterschiedliche Fragen. Der Ultraschall aus der Nähe kann zusätzliche Einzelheiten zeigen. Fragen Sie nach, welche konkrete Information in Ihrem Fall noch fehlt und welche Konsequenz das Ergebnis haben könnte.

Wird bei der Endosonographie immer eine Probe entnommen?

Nein. Eine Probe wird nur bei einer entsprechenden Fragestellung geplant. Ob eine Punktion sinnvoll ist, wird anhand des möglichen Nutzens, der Aussagekraft und der Risiken beurteilt und mit Ihnen besprochen.

Ist die Untersuchung schmerzhaft?

Viele Untersuchungen erfolgen unter Schlaf- oder Beruhigungsmedikamenten. Art und Tiefe der Sedierung werden passend zum Verfahren und zu Ihren Vorerkrankungen gewählt. Besprechen Sie frühere Erfahrungen und mögliche Sorgen vorab mit dem Team.

Kann ich danach sofort nach Hause?

Das hängt vom Eingriff, von der Sedierung und Ihrem Zustand ab. Nach bestimmten Behandlungen ist eine längere Beobachtung oder stationäre Betreuung erforderlich. Die Organisation wird möglichst vor dem Termin mit Ihnen abgestimmt.

Wann erhalte ich das Ergebnis einer Gewebeprobe?

Die mikroskopische Untersuchung und gegebenenfalls ergänzende Tests benötigen zusätzliche Zeit. Erfragen Sie, wann das Ergebnis voraussichtlich vorliegt und wer es mit Ihnen bespricht. Ein noch ausstehendes Ergebnis sollte im weiteren Behandlungsplan berücksichtigt werden.

Wo vereinbare ich einen Termin?

Die zuständigen Ansprechpartner und Telefonnummern für Gerresheim und Benrath finden Sie im Kontaktbereich. Halten Sie Ihren Befund und die Fragestellung Ihrer behandelnden Praxis bereit.

Zu den Kontaktdaten
Wo finde ich ausführlichere medizinische Informationen?

Der Bereich für ärztliche Kollegen ist ebenfalls frei zugänglich. Dort finden Sie die ausführlichen Fachtexte, Leitlinien und Studien mit ihren Grenzen.

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Profil

Dr. med. Michael Birkenfeld

Ich bin Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie sowie Chefarzt der Abteilung für Viszeralmedizin/Spezielle Gastroenterologie an den Sana Kliniken Düsseldorf in Gerresheim und Benrath. Mein Schwerpunkt liegt auf der endoskopischen Diagnostik und interventionellen Therapie von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege.

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Dr. Michael Birkenfeld in weißem Arztkittel; im Hintergrund eine endoskopische Untersuchung
Dr. Michael Birkenfeld · Gastroenterologie und Endoskopie
Verbindung zu Sana

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Hier finden zuweisende Praxen sowie Patientinnen und Patienten Informationen zur Vorstellung an den Standorten Gerresheim und Benrath.

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Bei Fragen zur Vorstellung, Überweisung oder geplanten stationären Einweisung wenden Sie sich bitte an die Sana Kliniken Düsseldorf. Der zuständige Standort übernimmt die medizinische Prüfung und stimmt den Termin mit Ihnen ab.

Kontakt für beide Häuser

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Düsseldorf-Gerresheim

Sigrid Kuntze

Endoskopie-Terminvereinbarung
0211 2800-86468

Mo–Fr, 9:00–13:30 Uhr

Außenansicht des Sana Krankenhauses Gerresheim

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Antje Linden

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0211 2800-1313
Stationäre Termine
0211 2800-1140
Außenansicht des Sana Krankenhauses Benrath

Weitere Kontaktdaten und aktuelle Hinweise zu den organisatorischen Abläufen finden Sie auf den offiziellen Sana-Seiten.

Abrechnung: Information für Privatpatienten

Bestimmte Untersuchungen und Behandlungen werden über eine gemeinsame Fallpauschale abgerechnet. Diese Regelung heißt Hybrid-DRG. Der Leistungskatalog 2026 enthält auch die Endosonographie des Pankreas. Ob die Regelung bei Ihrer Behandlung angewendet wird, prüft die Klinik anhand des Befunds und der tatsächlich erbrachten Leistungen. Regelungen und Leistungskatalog 2026 (KBV, PDF) ↗

Wenn Sie vorab zusätzlich wahlärztliche Leistungen vereinbart haben, erklärt der Infobogen die dazugehörige Abrechnung. Ob Ihre private Krankenversicherung oder Beihilfe die Kosten übernimmt, hängt von Ihrem Vertrag ab.

Vorschaubild des Infobogens zur Hybrid-DRG-Abrechnung für PrivatpatientenInfobogen zur Hybrid-DRG-Abrechnung öffnen (PDF)

Maßgeblich sind die konkrete Behandlung und die vorab getroffene Wahlleistungsvereinbarung.

Redaktioneller Stand: 21. Oktober 2026 · Patienteninformationen

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